Die meisten Menschen kommen zum Beraterteam, weil sie nach einer Trennung ihre/n Ex zurückgewinnen möchten (kostenloses Ebook dazu hier).
Geht es aber wirklich darum, nach der Trennung möglichst schnell wieder in eine Beziehung zurück zu gehen, die gerade, aus welchen Gründen auch immer, gescheitert ist oder in einer tiefen Krise ist?
Ist es nicht gerade jetzt viel sinnvoller, einmal ganz in Ruhe zu schauen, was eigentlich das Thema ist, das zur Trennung geführt hat, bevor Du möglichst schnell Deinen Ex zurückgewinnen möchtest?
Dies ist eine Einladung, Dich zuerst einmal neu mit Dir selbst zu beschäftigen. Natürlich sind Lebensphasen nach einer Trennung schmerzhaft und enttäuschend. Ein Lebenstraum, ein Wunsch, eine Zukunftsidee ist zerbrochen und man steht nun wieder alleine und ohne Partner da.
Und auch, wenn man sagt, dass wir am allermeisten über uns selbst in einer Beziehung lernen können, so glaube ich doch, dass wir in der Trennungszeit und in der Phase nach einer Beziehung die beste Möglichkeit haben, uns selber kennenzulernen.
Wir haben plötzlich viel mehr Raum und Möglichkeiten, nachzuspüren, was wir wirklich wollen und brauchen, eigene Bedürfnisse zu erkennen und ernst zu nehmen und auch, um an uns selbst zu arbeiten.
Du stehst genau jetzt- nach der Trennung- an einem Wendepunkt. Du hast ein Gefühl dafür, was in deiner Beziehung gefehlt hat, was du gebraucht hättest oder auch, was du vielleicht hättest anders machen können.
Jetzt ist für Dich der optimale Zeitpunkt, dir deine eigenen Bedürfnisse und Wünsche an eine Beziehung einmal anzuschauen und dir Gedanken dazu zu machen, warum du dir dies oder jenes von deinem Partner wünschst. Nimmst du dir die Zeit, dann hast du die Möglichkeit, dir selber über deine Bedürfnisse klar zu werden und sie dir gegebenenfalls auch selbst zu erfüllen und somit unabhängiger von der „Perfektion“ des zukünftigen Partners zu werden.
Vielleicht möchtest Du momentan Deinen Expartner zurückgewinnen. Vielleicht aber solltest Du Dir erst einmal ganz in Ruhe darüber im Klaren werden, ob das wirklich Dein Ziel ist.
Vielleicht verstehst Du nicht genau, was ich damit meine und fragst Dich: „Was meinen immer alle damit, dass ich mir nach einer Trennung Zeit nehmen soll. Ich möchte meinen Partner zurückgewinnen oder schnell einen neuen Partner kennenlernen.“
Ich nenne Dir mal ein kleines Beispiel:
Du hattest beispielsweise in deiner letzten Beziehung damit zu tun, deine eigenen Bedürfnisse klar zu äußern oder durchzusetzen. Hattest damit zu tun, deine eigenen Wünsche hintenan zu stellen und hast dich deinem Partner oft angepasst.
Dann kannst du dich im Nachhinein vielleicht darüber ärgern, dass dein Partner egoistisch war und immer nur „seins“ durchgesetzt hat – du kannst dich aber nun, und dazu rate ich, in aller Ruhe einmal mit dir selbst beschäftigen und dich fragen, warum du Schwierigkeiten damit hast, deine eigenen Bedürfnisse durchzusetzen.
Was hat dich davon abgehalten, Widerspruch zu leisten, deine eigenen Interessen zu verfolgen oder dich durchzusetzen?

Ein anderes Beispiel ist vielleicht, dass du sehr misstrauisch warst in der Beziehung, oder aber, dass du deinem Partner nicht vertraut hast.
Natürlich kannst du dich im Nachhinein darüber ärgern, dass dein Partner vielleicht den ein oder anderen Abend lang mit Freunden unterwegs war und du nicht weißt, was er da gemacht hat – du kannst dich aber auch einmal fragen, warum es dir so schwer fällt, dem Gegenüber zu vertrauen und warum du mit Gefühlen wie Eifersucht und Misstrauen so oft konfrontiert bist.
Hat es wirklich damit zu tun, dass dein Partner nicht loyal war und nicht zu dir gestanden hat – oder kann es sein, dass du grundsätzlich ein Thema mit dem Vertrauen hast, und somit vielleicht eher an deinem eigenen Selbstvertrauen arbeiten solltest?
Du merkst, dieser Artikel behandelt nicht, wie man möglichst schnell den Ex zurück gewinnen kann.
Vielmehr geht es mir heute darum, in eine Eigenverantwortung zu kommen und sich selbst kennen zu lernen, damit du zum einen an dir selbst arbeiten kannst – und zum anderen aber auch deine eigenen Themen kennst und dir somit einen Partner suchen kannst, der dir, deinen innersten Bedürfnissen und Lebensvorstellungen „entspricht“ und dich ergänzt (das KANN vielleicht auch Dein Expartner sein, in vielen Fällen ist es jedoch nicht unbedingt die beste Option, den Ex zurückgewinnen zu wollen).
Um bei dem letzten Beispiel zu bleiben – wenn du weißt, dass du grundsätzlich ein Thema mit dem Vertrauen hast, dann ist mit Sicherheit der „Partyschwarm“ oder der Geschäftsmann, der jede Woche ins Ausland verreisen muss, derzeit nicht der richtige Lebenspartner, denn er wird dich immer wieder mit deinem Misstrauen konfrontieren.
In jeder Beziehung die wir führen, werden wir früher oder später mit unseren eigenen Themen und Ängsten konfrontiert. Es ist also wichtig, diese zu kennen und auch, an ihnen zu arbeiten.
Denn, noch einmal auf das letzte Beispiel bezogen, auch der treueste Ehemann wird dir niemals (!) die Sicherheit geben können, die du brauchst – diese Sicherheit musst du aus dir selbst erarbeiten.
Nutze also die Zeit des Single-Daseins, um dir deiner eigenen Bedürfnisse und Wünsche, aber auch deiner eigenen Ängste und Unsicherheiten bewusst zu werden. Setzte dich also einmal in Ruhe hin und betrachte deine letzte Beziehung, vielleicht auch die letzten Beziehungen.
Was war schwierig? Wo lagen die Konfliktpunkte? Siehst du vielleicht ähnliche Konflikte in all deinen vergangenen Beziehungen? Welche Themen haben immer wieder zu Auseinandersetzungen geführt? Und welche Überschrift würdest du diesen Konflikten geben?
Ging es beispielsweise um Sicherheit? Ging es um Loyalität? Um Respekt? Ging es um Eifersucht oder Untreue? Ging es um Aggressivität oder unterdrückte Wut? Gab es Schwierigkeiten in der Sexualität? Ging es darum, zu wenig Zeit füreinander zu haben? Gab es Schwierigkeiten in der Kommunikation? Ging die Anziehung bei Dir oder Deinem Expartner verloren und wenn ja, wiederholt sich das? Ging es um Macht in eurer Beziehung? War Nähe schwierig- oder Distanz?
Und wenn du dir nun für dich einmal anschaust, welche „Überschriften“ du für dich gefunden hast – dann überlege dir einmal, ob dieses Thema wirklich nur mit der Art und Weise eurer Beziehung, beziehungsweise mit der Art deines Partners zu tun hat, oder ob sich dahinter vielleicht eine ganz eigene Thematik verbirgt.
Offensichtlich wird so etwas, wenn du in mehreren Beziehungen immer wieder an die gleichen Schwierigkeiten oder Konflikte geraten bist, was übrigens nicht selten vorkommt, da wir uns sehr häufig in vertraute Beziehungsmuster begeben,- dann aber leider auch immer wieder an vertraute Konflikte stoßen.
Es ist einfach, dem Partner die Schuld zu geben, es ist auch einfach, zu sagen „Wir passen einfach nicht zusammen“, aber es ist wichtig, heraus zu finden, und zu erkennen, wo die eigenen Konfliktpunkte liegen. Denn wenn du für dich ganz alleine heraus findest, was deine eigenen „Schwachpunkte“ sind, dann hast du eine unglaublich große Chance, daran zu arbeiten, dich selber zu stärken, dir deiner Selbst bewusst zu sein und sehr viel selbstbewusster und sicherer in eine neue Beziehung zu treten. Denke immer daran: wem Du die Schuld gibst, dem gibst Du auch die Macht.
Du wirst nämlich vermutlich nie einen Partner finden, der so denkt, handelt und empfindet, wie du selbst – daher ist es umso wichtiger, dass du dich selbst gut kennst und verstehst, warum dir bestimmte Dinge so wichtig sind – auch, damit du sie deinem Partner verständlich machen kannst und nicht in Konfliktsituationen auf Streitereien und Schuldzuweisungen oder Forderungen zurückfallen musst, sondern reif mit ihm darüber reden kannst.
Es geht in der Auseinandersetzung mit dir selbst gar nicht unbedingt darum, dass du nun unbedingt jahrelang eine Therapie machst, um deine eigenen „Probleme“ zu bearbeiten, sondern einfach nur in eine gesunde Eigenreflexion zu kommen, in der du beispielsweise sagen kannst: „Ja, ich weiß. Ich habe ein Thema mit Vertrauen. Es fällt mir schwer, Menschen zu vertrauen.
Ich bin bereit, daran zu arbeiten und ich bin mir bewusst, dass wenn es in der Beziehung um solche Themen gehen wird, ich bereit bin, nicht immer meinem Partner dafür die Schuld zu geben, sondern auch einmal bei mir selber schauen und sehen muss, ob mein Misstrauen berechtigt ist, oder ob da vielleicht wieder eine ganz alte Unsicherheit hochkommt, wofür mein Partner überhaupt nichts kann.“
Je mehr du dich selber kennst, dir deiner eigenen innerer Konflikte bewusst bist, umso bewusster kannst du in die nächste Beziehung gehen.
Nutze also die Zeit, in der du alleine bist, dich selber kennen zu lernen. Was machst du gerne? Was brauchst du? Was vermisst du? Was berührt dich? Was macht dir Angst? Wo fühlst du dich sicher und wo fühlst du dich unsicher? Stärke dich selbst, indem du dich selber gut kennen lernst.
Wenn du dich selber gut kennst, kannst du gut für dich sorgen. Du wirst dann selber wissen, was du brauchst und was dir gut tut und kannst dementsprechend handeln.
Es ist keine Lösung, sich einen Partner zu suchen, der „deine Schwachstellen“ ausfüllt – also beispielsweise, wenn du ein Thema mit deinem Selbstvertrauen hast, dir einen Partner zu suchen, der dann alles entscheiden wird – ein „Macher“, der alles bestimmt. Im Gegenteil, denn auch er wird ständig über deine Grenzen gehen und deine Unsicherheiten irgendwann ausnutzen.
Viel entscheidender ist also, deine eigene Unsicherheit zu erkennen und selber an ihr zu arbeiten – dadurch, dass du deinen Selbstwert stärkst, dich damit auseinander setzt, was du gut kannst und was du gerne machst. Denn in einem gestärkten und bewussten Zustand wirst du dich dann auch in deiner nächsten Beziehung ganz anders behaupten können und eine gleichberechtigte Beziehung führen können.
Wenn du deine eigenen Themen nicht erkennst, beziehungsweise, dir nicht die Zeit nimmst, sie dir anzuschauen, wirst du immer wieder in die gleichen unguten Beziehungsmuster geraten.
Nicht selten geraten Menschen mit einem Vertrauensproblem in Beziehungen, in denen tatsächlich gelogen und betrogen wird. Menschen mit Gewalterfahrungen in Beziehungen, in denen aggressiv agiert wird oder Menschen mit Erfahrungen mit „süchtigen“ Elternteilen in abhängige Beziehungsmuster.
Das liegt daran, dass es das ist, was wir kennen aus Beziehungsgestaltungen. Aus diesem Muster auszubrechen, sich Zeit zu nehmen für sich selbst, die eigenen Bedürfnisse und die eigenen Unsicherheiten zu kennen, ist ein großer und wichtiger Schritt, sich wirklich in etwas „Neues“ begeben zu können.
Daher ist es so wichtig, sich nach einer Beziehung ernsthaft damit auseinander zu setzen, was „falsch“ gelaufen ist, und in welchen Bereichen es Schwierigkeiten gab, und sich nicht sofort in eine neue Beziehung zu stürzen, in der mit aller größter Wahrscheinlichkeit, die selben Themen wieder auftauchen werden.
Nimm dir die Zeit für dich und spüre, wo deine eigenen Themen liegen. Denn dann wirst du in der nächsten Beziehung bewusster mit dir selber umgehen können und nicht immer wieder in gleiche „Beziehungsfallen“ tappen.
Falls Dir dieser Artikel gefällt, freue ich mich über eine kurze Rückmeldung als Kommentar, Empfehlung oder Facebook-Like.
Ich wünsche Dir alles Liebe
Deine Theresa König, Beraterteam
Ralf meint
Hallo Theresa,
ohne Frage, du hast recht! Aber das ist eine Kopfentscheidung. Mein Problem ist, dass ich meine Frau, die mich verlassen hat, liebe. Da hilft der Kopf nicht richtig weiter…
(Wir hatten in dieser Sache im Februar bereits einmals telefoniert).
Gruß
Ralf
Petra meint
Ich war 8 Jahre mit meinem Freund zusammen. Ich bin 26 und er 31. Wir haben uns immer gut verstanden und wussten beide, dass wir miteinander alt werden wollen. Die letzten paar Monate unserer Beziehung waren sehr schwierig. Wir sahen uns sehr selten, obwohl wir miteinander wohnten. Wir nahmen uns keine Zeit für uns und alles war nur mehr so nebenbei. Wir hatten auch schon seit Monaten keinen Sex mehr und es fehlte irgendwie die Anziehung zwischen uns. Er war ständig nur mehr am arbeiten und auch wochenends war alles andere wichtiger. Es kamen meinerseits auch immer wieder die Fragen auf, ob das mit uns alles noch eine Zukunft hat. Von ihm kam nichts. Man spürte es zwar aber kein Wort dazu. Ich redete öfter mit ihm darüber, dass ich unglücklich bin und mir so keine Beziehung vorstellen kann. Letztendlich sagte auch er, dass er nicht weiß ob er mich noch liebt und er so auch nicht mehr kann. Bei mir kamen dann alle Gefühle wieder hoch und ich weiß, dass ich ihn über alles liebe und nur ihn an meiner Seite will. Für ihn war dann plötzlich klar, dass er gar nicht mehr mit mir zusammen sein will. Es fehlt die Erotik und er weiß eben nicht ob er mich liebt. Ich bin bereits 2 Monate vor unserer Trennung ausgezogen. Wir hatten ab und an Kontakt und schrieben uns regelmäßig. Wir versuchten davor auch ein paar Tage keinen Kontakt zu haben. Er sagte zwar er vermisst mich, aber es kam auch nicht mehr. Ich habe in dieser Zeit und vor allem auch jetzt nach der Trennung gemerkt wie sehr ich ihn liebe. Ich will auf jeden Fall mit ihm zusammen sein. Ich habe die letzten Tage natürlich gekämpft, geweint und ihn um eine neue Chance gebeten. Ja direkt gebettelt es noch einmal zu versuchen. Er blockte total ab. Jetzt versuche ich es mit der Kontaktsperre. Bisher hab ich knapp 1 Woche durchgehalten und es fällt mir verdammt schwer. Ich muss ständig an ihn denken. Bisher kam auch noch nichts von ihm 🙁 Was meint ihr? Wie lange soll ich durchhalten? Es ist so wahnsinnig schwer nach 8 Jahren gemeinsamer Zeit plötzlich ohne ihn zu sein. Ich komm nicht darauf klar 🙁 Wir haben uns auch nicht gestritten oder angeschrien. Es war alles ganz sachlich. Ich will ihn wieder
Dominik meint
Hi Petra,
ich denke mindestens 3 Wochen musst du durchhalten. Mir geht es leider genauso. Es ist verdammt schwer.
Ich wünsche dir die Kraft es zu schaffen.
mona meint
Hallo,
ich benötige ein persönliches Gespräch. Geht es?
Grüße
Mona
Beldany meint
Hallo,
bei mir ist das echt verzwickt.
Ich hatte immer die Sorte Mann die nicht treu war…. ich war anhänglich, hatte kein Selbstbewusstsein, hab geklammert und mich angepasst und mich aufgegeben um dem Mann zu gefallen.
Diesmal war es so, dass ich einen tollen Mann hatte. Aber bereits 3 Jahre an mir gearbeitet hatte.
Ich ließ Ihm seine Freiräume und wollte meine. Doch er war jemand der am liebsten jeden Tag 24 Std. mit mir sein wollte.
Es war schön dass ich Ihm vertrauen konnte und dass wir viel unternehmen konnten. Aber er engte mich durch seine Art sehr ein.
Denn nicht nur dass er immer hier sein wollte…. er nörgelte auch an allem rum das mir wichitg war.
Ich wurde dadurch unglücklich und hab Ihn gehen lassen als er ging.
Also um es richtig zu sagen ich bin grad am loslassen und es ist sehr schwer, da er mich komplett ignoriert und eine Neue hat.
Naja nun stell ich mir die Frage.
Kann ich mit Liebe nicht umgehn? Denn freut man sich nicht über den Menschen den man eigentlich lieben sollte? Möchte man diesen nicht immer bei sich haben? Und verzichtet man nicht gerne auf einige Sachen die den Partner stören?
Je mehr er forderte umso mehr verschloss ich mich 🙁
Im Enddeffekt hab ich durch meine ganzen schlechten Erfahrungen ein Schutzschild um mich gebaut.
Ich bleib mir treu und bin so wie ich bin.
Dennoch hab ich meinen Ex immer mit Respekt behandelt…. ich war ehrlich und treu.
Ich war auch bereit Kompromisse einzugehn…. doch irgendwann…. war mir wichtiger mich nicht ganz aufzugeben.
Und wenn er das nicht versteht muss er gehn….
Und wenn er unsere Zeit so schnell mit wem Neues ersetzen und ausfüllen kann…soll er weg bleiben.
Irgendwann kommt der, der mich nimmt wie ich bin… und mich nicht dafür braucht um nicht alleine zu sein.
Irgendwann kommt der…. wo es ohne den anderen Verändern zu müssen funktioniert.
Ich glaube daran…. Und bis dahin genieße ich meine Zeit alleine (die mir in dieser Beziehung teilweise sehr gefehlt hat)
Christian meint
Hallo Theresa,
ich kann nur bestätigen, was Du schreibst. Nach fast 11 jähriger Beziehung haben wir (ich 42 und sie 37) uns im April 2011 getrennt. Unsere Beziehung war in eine Sackgasse geraten und ich hatte nicht den Abstand zu erkennen, warum. Ich bin in ein sehr tiefes Loch gefallen und habe lange gebraucht, um wieder Boden unter den Füßen zu spüren. Verdrängt habe ich nichts, sondern mich auch mit externer Hilfe sehr intensiv damit auseinandergesetzt, was geschehen ist und warum unsere Beziehung so enden musste. Ich kenne heute meine Schwächen, die es ihr an der einen oder anderen Stelle nicht leicht gemacht haben und am Ende dazu geführt haben, dass Sie sich schwer enttäuscht von mir getrennt hat. Ängste, mangelndes Selbstwertgefühl, Schuldgefühle, fehlende Grenzziehung und fehlender Mut, zu meinen Bedürfnissen zu stehen und diese zu artikulieren waren ursächlich dafür, dass wir keine gleichberechtigte, respektvolle Beziehung geführt haben. Heute weiß ich, dass niemand anders dafür verantwortlich ist als ich. Ich habe mich durch diese Grenzerfahrung definitiv persönlich weiterentwickelt und betrachte dies als Geschenk.
Es gibt solche und solche Tage, aber unterm Strich bin ich heute mehr in Verbindung mit mir und versuche wann immer möglich bei mir zu bleiben. Ich bin innerlich viel ruhiger und ausgeglichener, obwohl ich mir die Haare nicht gefärbt habe, immer noch in der selben Wohnung lebe und auch sonst mein Leben nicht radikal verändert habe. Ich habe mich viel besser kennen gelernt. Hiervon wird sicher auch eine potentielle neue Partnerin profitieren, weil ich klarer und weniger außenorientiert bin.
Meine Ex-Freundin hatte den Kontakt zu mir abgebrochen, auf keine meiner zahlreichen Briefe reagiert und nach drei Monaten eine anderen Typ im Urlaub kennen gelernt. Einen Surflehrer. Ich hatte immer den Wunsch, mich auszusprechen und mit ihr über meine Gedanken zu sprechen, aber für sie gab es nichts mehr über uns zu reden. Vor zwei Wochen haben wir uns nach 13 Monaten für 2 h auf einen Kaffee getroffen. Auf meine Initiative. Und es war schön. Ich habe mich zusammen gerissen und mit ihr über dies und das, aber nicht über uns und über Gefühle geredet. Mein Herz hat sehr gepocht und ich habe gespürt, dass ich sie sehr vermisse in meinem Leben. Ist es noch Liebe? Ich glaube ja. Auf jeden Fall brauchte ich dieses Treffen und wollte sie nochmal sehen. Dummerweise arbeitet sie im selben Unternehmen und seit letzter Woche auch im selben Gebäude. Um so wichtiger war dieses Treffen für mich. Vielleicht auch um zu spüren, dass ich keinen Small Talk mit ihr führen möchte. Dafür bedeutet sie mir zu viel. Ich habe ihr verziehen und mir auch und wünsche ihr nur das Beste. Gleichzeitig bin ich dankbar für all das, was wir zusammen erlebt haben und habe ihr viel zu verdanken. Auch wenn wir nie wieder zusammen kommen sollten bleibt dieses Gefühl der Wertschätzung für unsere gemeinsame Zeit. Ich kann die Vergangenheit nicht ändern, sondern es in der Gegenwart und Zukunft nur besser machen.
Ich schreibe dies so ausführlich, weil ich jeden ermutigen möchte, nach einer Trennung nicht wegzulaufen, nicht zu verdrängen, sondern sich erstmal mit sich zu beschäftigen, in Verbindung mit sich zu treten, die Freundschaft zu sich zu stärken, um als reiferer Mensch neue Chancen robuster wahrnehmen zu können und authentischer zu sein als in der Vergangenheit. Echte Freunde von guten Bekannten zu unterscheiden, aufhören, sich mit anderen zu vergleichen usw. Zufrieden sein, Dinge schätzen, die einen ausmachen und die man hat. Die alte Beziehung wird es nicht mehr geben. Sie existiert nur noch im Rückspiegel. Ich habe gelernt, wieder alleine zu leben. Es gibt für mich keine Neuauflage, sondern wenn, dann eine ganz neue bereichernde Beziehung, vielleicht mit der Ex, vielleicht mit einer anderen Frau, bei der ich so sein darf, wie ich bin und auch die Frau so sein darf, wie sie ist. Und trotzdem soll das Gefühl mit ihr schöner sein, als ohne sie. Ich vertraue darauf, dass sich neue Chancen für mich ergeben und alles gut wird. Wenn ich willensstark bin und offen bin für Neues. Herzliche Grüße, Christian
Ela meint
Hallo Christian, ich finde Dein Kommentar hier klingt sehr reif und reflektiert. Allgemein sagt man ja immer, dass Männer sich schnell in eine neue Beziehung flüchten, um sich nicht mit ihrem Schmerz und ihren Themen konfrontieren zu müssen. Du scheinst jedoch an der Trennung gewachsen zu sein, hast Dich mit Dir und den Gründen der Trennung auseinandergesetzt und ich kann verstehen, dass Deine Ex Dir nach wie vor am Herzen liegt, nach 11 Jahren habt ihr sehr viel zusammen erlebt. Sollte es einen Neuanfang mit ihr geben, sollte auch Sie sich reflektiert und ihre Muster angeschaut haben…
Ich war ein Jahr mit einem Mann zusammen, der sich nach 12 Jahren, davon 4 Jahre verheiratet, von seiner Partnerin getrennt hatte. Alles deutete am Anfang darauf hin, als hätten wir uns gefunden. Gleiche Werte, gleiche Ziele, viel Offenheit und Vertrauen. Für unsere Familien und Freunde waren wir ein Traumpaar. Allerdings haben sich nach ca. 9 Monaten die alten Schmerzen gezeigt, auf beiden Seiten… Es war der Zeitpunkt, an dem aus der ersten Verliebtheit, Liebe hätte wachsen können, eine verbindliche Partnerschaft. Aus dieser Verbindlichkeit hat sich mein Exfreund nach und nach immer mehr befreien wollen (ich glaube, er war nach den 12 Jahren noch gar nicht wieder bereit für eine echte neue Liebe), wollte immer mehr Zeit und Freiraum für sich und ich habe angefangen zu klammern, immer wieder an das Gefühl von vorher anknüpfen wollen. Resultierend aus den plötzlich unterschiedlich gewordenen Bedürfnissen und Kommunikationsproblemen gab es dann irgendwann einen völligen Cut von meiner Seite, weil ich mich nicht warm halten lassen wollte und er sich schon mit anderen Frauen traf. Ich hab ihn ziehen lassen, was mir sehr weh getan hat. Ich musste schmerzlich erkennen, dass man den anderen so akzeptieren muss, wie er nun mal ist und sich liebevoll um sich selbst kümmern.
Was ich damit sagen möchte ist: solange Du noch auf einen Neuanfang mit Deiner Ex hoffst (und ein bisschen lese ich das aus Deinem Text heraus), gibst Du einer neuen Partnerin keine echte Chance. Das tut am Ende nicht nur ihr, sondern auch Dir weh, denn vielleicht wäre diese Frau zu einem späteren Zeitpunkt die passende Partnerin gewesen.
Alles Liebe auf Deinem Weg!
Ela
Kati meint
Hallo Christian!
Deine Geschichte erinnert mich in sehr vielen Bereichen an meine.Ich finde es sehr toll was du schreibst.Richtig selbst sich reflektieren und nicht aufgeben.Es geht immer weiter! 😉
Kerstin meint
Umfasst alles in diesem Bericht und wie es alles der Wahrheit entspricht. Versteh manches jetzt besser und kann mich jetzt selbst verinerlichen und in mich hinein schauen.Hilft mir total weiter,ist ne coole Sache,bin begeistert. Danke an das gesamte Beraterteam Gruss Eure Kerstin
micha86 meint
hallo beraterteam
meine ex, die ich auf jedenfall zurück möchte. hat auch so ein problem mit der schuldzuweisung.
nur ich habe fehler gemacht, nur ich mache jetzt fehler. sie aber macht alles richtig, sie ist fest überzeugt, das
sie nichts falsch macht. sie sagt mir immer wenn ich sie auf fehler hinweise das ich sie so kennen und lieben gelernt habe und das so akzeptieren muss oder es komplett beenden solle. ich gestehe mir meine fehler, in der beziehung, im leben, die ich gemacht habe ein und arbeite an ihnen. deswegen bin ich auch hier auf eure seite gestossen. ich werde meinen weg auch weitergehen, nur wäre es eben schön wenn sie mitgeht. nur müsste sie auch endlich mal einsehen das auch sie fehler macht. habt ihr vielleicht einen rat für mich?
acani meint
Hallo beraterteam,
ich arbeite auch mit dieser art der therapie…ich bin begeisterter anhänger davon und arbeite seit monaten an mir. denn alles was mich an einer person stört, oder ärgert, stört mich selbst an mir. ich muss auf mein „kind“ in mir acht geben und ihm sicherheit vermitteln. zur zeit habe ich wieder ein kleines tief, aber ich falle weit nicht mehr so weit wie vor einem halben jahr.
danke, dass ihr diese wirklich gute selbsthilfethematik ansprecht, denn nur man selbst kann sich wirklich glücklich machen 🙂
lg,
acani
gerda meint
Liebes Beraterteam
Nachdem ich nun schon zum 2. Mal in einer Beziehung war mit ähnlichen Mustern, habe ich verstanden, dass sie immer erwas mit mir zu tun haben, denn ich suche mir einen Partner, dessen Muster mit den meinen korrespondieren, ganz nach Jürg Willi (Nur ein passender Schlüssel kann ein Schloss öffnen). Eure Seite, Eure Bücher aber auch die empfohlenen DVD’s haben mir geholfen zu verstehen und zu akzeptieren. Nur ich kann mir dabei helfen und an mir verändern, sodass ich mit mir und einem neuen Partner glücklich sein kann. Manchmal braucht es mehrere Anläufe, bevor man versteht oder verstehen kann. Erst ein genügend grosser Leidensdruck bringt einem dazu, endlich hinzusehen, ohne zu urteilen, einfach anzunehmen und dann zu wählen, den Weg künftig mit neuen Handlungsweisen unter die Füsse zu nehmen. Auch wenn die Einsicht da ist, kann es noch schwierig sein, im entscheidenden Moment korrigiert zu handeln. Wenn man es einmal weis, dann geht es bei jedem mal besser. Geholfen haben mir die Seminare von Marshall Rosenberg, in denen man übt, sich selber wahr zu nehmen und nach bestimmten Schritten die eigenen Bedürfnisse gewaltfrei zu kommunizieren.
Mit freundlichen Grüssen Gerda
Blacky1979 meint
Liebes Beraterteam,
Ich haben den ganzen Tag eure Beiträge gelesen. Sie klingen nur logisch, aber wie soll man den auf Abstand gehen wenn man noch zwei Monate zusammen wohnen muß. Wir haben zusammen eine 3 Jahre alte Tochter und unserer Tochter gegenüber lassen wir uns nichts anmerken. Ich haben aber schon oft in manchen Situationen mitbekommen das sie genau weis was los ist. Wir waren jetzt 11 Jahre zusammen und meine Freundin war ganz spontan der Ansicht das sie die Trennung möchte weil sie nicht genau weis ob sie noch was für mich empfindet. Ich bin mir sicher das sie die richtige ist. Sie soll ihren Freiraum haben. Bloß wie soll man das gestalten wenn man zusammen wohnt.
Danke
Ralf meint
Hallo Blacky 1979
Dein Beitrag hat mich angesprochen, ich habe in den letzten 15 Monaten genau das Gleiche erlebt. Ich kann Dir nur raten, die Empfehlungen zur Kontaktsperre zu befolgen. Wenn Deine Frau Dich noch liebt und sich darüber während der Kontaktsperre klar wird, wird sie wieder zu Dir kommen. Bei mir war es so.
(Allerdings gibt es trotzdem keine Lösung, da sie nicht weiß was sie will und mich erneut verlassen hat. Aber das Ist ein anderes Thema, vermutlich ist sie leider krank.)
Dir viel Glück und Kraft!
Sandra meint
Liebes Beraterteam
Leider hat sich mein Ex nach der Trennung schon mit einer Neuen „getröstet“. Unsere Beziehung war kurz aber intensiv. Ich habe Vieles falsch gemacht, war zu eifersüchtig, habe ihn kontrolliert und all die anderen Fehler die man machen kann. Ich sehe ihn meistens einmal pro Woche in einer Gruppe, der wir beide angehören. Es ist für mich sehr schwierig, da ich ihn immer noch sehr liebe. Er sagte mir kürzlich, dass er mich immer noch lieb habe, obwohl ich so „unmöglich“ sei aber auch, dass er mit der anderen langsam etwas aufbauen möchte. Er ist mit ihr unglücklicherweise auch noch geschäftlich verbandelt. Sie lässt ihm alle Freiräume die er braucht. Ich würde ihm auch gerne beweisen, dass ich dies kann. Mein Leben habe ich ansonsten wieder gut im Griff aber jedesmal wenn ich ihn sehe schmerzt es sehr, weil da noch so viele Gefühle sind. Die Kontaktsperre habe ich schon gemacht aber genau in dieser Zeit ist er leider mit der Neuen enger zusammengerückt.
Was kann ich jetzt noch tun ?
Nirtak meint
Wisst Ihr eigentlich was Kodependenz ist ?
Das kann auch dazu beitragen sich im Kreis zu drehn immer nur änderungen an sich vornehmen klappt nicht eigentlich sollte man so bleiben wie man ist zulassen und verarbeiten ! Bin seit 3j am mich ändern und neu gestartet ! Was hat s gebracht nix im selben Kreis gelandet super oder.
Aber danke für die Infos hier stückweise raus picken hilft nur mein Tank ist trotzdem leer
Das heisst steh an Klippe und entscheide ob ich springe oder umdreh und weiter mach